Letzte Instanz Ewig

Ich freue mich!

Eine Band, deren erste Schritte mich vor Jahren immer und immer wieder auf die Tanzfläche trieben, haben nun endlich wieder die Chance, sich zu einem eigenen Gesicht zu bekennen. Denn das vorliegende "Ewig" bildet den Abschluss der Trilogie (zusammen mit den Alben "Schuldig" und "Heilig") und damit einem Korsett, dass in der Zukunft hoffentlich gesprengt wird. Vorerst bleibt man sich und dem Sound der bisherigen Trilogie-Teile treu: Weichgespült und konsumfreundlich.

Das Coverartwork könnte unwissende Metal-Heads dazu verleiten, mal reinzuschnuppern – das sieht nach Dragon, Steel, Brothers, Sword und Dingens aus. Doch während des Konsums des Titeltracks würden sie bereits aufgeben, denn Schlager ist nicht true genug. Was, Schlager??? Ihr Unwissenden – das ist doch die Letzte Instanz, eine Bastion in der deutschen schwarzen Szene, die mit Liedern wie "Kopfkino" und "Singt Halleluja" E-Gitarre, Violinenspiel (und deswegen oft und eigentlich eher fälschlicherweise dem Mittelaltermetal zugeordnet wurde) und anspruchsvolle Texte zu verbinden wussten.... Moment... DAS DA sind Letzte Instanz? Ihr habt recht, Schlager. Und nein, liebe Empörte, eine E-Gitarre verhindert da nichts.

Musikalisch muss man schon über sieben Brücken gehen und zwischen den Lichtern der Stadt suchen. Da huschen ganz viele ähnlich wirkende Bands umher. Und eine davon ist die neue und hoffentlich nicht aller-Letzte Instanz. 15 Lieder (in der natürlich erhältlichen Sonderedition gibbet 2 Bonustracks obendrauf. Falls die nach der Letzten Instanz mit Spielfreude klingen will ich mich entschuldigen: sie standen mir nicht zur Verfügung...), ungefähr 3 unterschiedliche Melodien, ein Gastspiel von Eisblume und insgesamt ein Album, das die Band wirklich mit einer (Re)Torte feiern kann. Instrumental und gesanglich natürlich gut, die Produktion satt – das funktioniert sicherlich für viele. Wirklich ärgerlich ist eben einfach, dass die Texte inzwischen genauso grenz-debil und angehaucht intelektül sind wie bei drölfhundert anderen Bands. Gibt es denn einen Dieter Bohlen oder Ralph Siegel für angerüftelten Metal-Schlager in Deutschland? Und muss ich erwähnen, dass in den Vorankündigungen steht: man werfe Konventionen über Bord, finde neue Fahrwasser. Eingeladen seien alle, die sich wie die Band die Neugier am Leben bewahrt haben..... Biederer und konventioneller kann ein Werbetext kaum sein.

Bitte bitte, Letzte Instanz, schockt eure Fans und das Label mit Spielfreude, Ecken und Kanten, augenzwinkernden Humor und Abwechslung im Sound. Keine Seelen-Gülle, keine Engel-Possen, keine harten Riffs die nur über den Kitsch wegtäuschen wollen. Ihr konntet das mal so verdammt gut. Das kann doch nicht ganz weg sein. Das steckt doch bestimmt noch irgendwo in euch. Und das nächste Album gehört nicht mehr zur Trilogie – eure Chance für die kreative Rettung.

Facts:

Label:
Drakkar

Mediatype:
CD

Genre:
Gothic / Medieval / Darkwave

Review-Datum:
06.08.2012

VÖ-Datum:
31.08.2012

Leserwertungen:
2

Bewertung:
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Leserwertung:
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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 627 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Beeindruckend seelenloser RetortenGothMetalSchlager. 2012-08-06 2 2,5

Tracklist:

1. Aeternitas
2. Ewig
3. Nur Für Uns
4. Blind (feat. Eisblume)
5. Regenbogen
6. Wieder Einmal Rot
7. Tausendschön
8. Schwarzer Sand
9. Et In Arcadia Ego
10. Von Anfang An
11. Wo Das Meer...
12. Schuld
13. Unterwegs
14. Sing!
15. Mein Kind

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