KMFDM WTF?!

Irgendwie kein gutes Zeichen für die aktuelle Situation im Musikgeschäft, dass ein neues Album mit „11 völlig neue Songs“ beworben wird. Sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber leider nicht. Umso größer die Freude, dass nach einer Phase mit Best Of Veröffentlichungen jetzt ein neues Paket aus Hamburg geliefert wird. Von einer der immer noch coolsten Bands überhaupt.

Nun hat die jüngere Vergangenheit gezeigt, dass auch Coolness nicht vor durchschnittlichen Veröffentlichungen schütz. Und so schleicht sich bei mir mittlerweile immer eine Dosis Besorgnis in die Vorfreude, wenn ein neues Album verdienter Bands auf dem Programm steht. Um dieser Besorgnis keine Chance zu geben, verdränge ich die verschiedenen Vorberichte und starte „WTF?“ voller Ungeduld mit „Come On – Go Off“, da „Krank“ ja schon bekannt ist. Natürlich nicht Ok, wegen Spannungsbogen und so, außerdem ist die Albumversion wirklich anders (das „Dominator“ – Sample springt mich allerdings auch hier nicht an), aber ich kann nicht anders. Es geht knackig zur Sache und spätestens bei „Lynchmob“, hoffe ich schon allein wegen des feinen Gitarrenspiels auf ein Album ohne Ausfälle. Im Anschluss nimmt sich „WTF?“ aber aus meiner Sicht eine kleine Auszeit. Irgendwie gelingt es mir nicht, mich auf das recht poppige „Take It Like A Man“ oder „Viva La Mort!“ zu konzentrieren. Die Grenzen sind fließend, beim schleppenden „Dystopia“ bleibt der Refrain wieder direkt hängen, „Panzerfaust“ klingt überraschend und irgendwie nach Pankow, als diese 1996 ein Album ohne Alex Spalck veröffentlichten. Zu meiner großen Freude kriegt die Truppe um Käpt´n K die Kurve. Es folgen zwei Highlights. „Spectre“ mit Vocals von William Wilson (Legion Within) und „Amnesia“ sind echte Kracher! Weil KMFDM spielend ohne klassische Songstruktur auskommen, sind und bleiben sie etwas Besonderes. Mit „Death & Burial Of C.R.“ als Finale beweisen Kein Mehrheit für die Mitleid, dass sie natürlich auch „krank“ können.

Der Käpt´n hat betont, dass sich KMFDM schon lange nicht mehr so viel Zeit gelassen haben für ein Album. Die Songs haben sich mehrfach grundlegend geändert. Einmal in Sachen BPM, ein anderes Mal wird der ursprünglich für den Song „Panzerfaust“ geschrieben Text bei „Spectre“ eingesetzt. Die investierte Zeit hat „WTF?“ gut getan, jeder Song hat sein eigenes Gesicht. Gut Ding will eben doch Weile haben und so freue ich mich trotz einiger Kritikpunkte über das beste KMFDM Album seit langer Zeit.

Facts:

Label:
Dependent

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
18.05.2011

VÖ-Datum:
29.04.2011

Leserwertungen:
7

Bewertung:
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Autor:
Minne

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Minne hat bereits 153 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne.Das Fazit von Minne zu diesem Review lautet: Once again rings true what we always knew - KMFDM is the drug for you. Ohne Frage! 2011-05-18 7 4,2

Tracklist:

01. Krank
02. Come On - Go Off
03. Rebels In Control
04. Lynchmob
05. Take It Like A Man
06. Vive La Mort!
07. Dystopia
08. Panzerfaust
09. Spectre
10. Amnesia
11. Death & Burial Of C.r.

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