Das Alphabeth der Anna Depenbusch

Vor Kurzen kündigte die Hamburger Sängerin Anna Depenbusch ihr neues Album "Das Alphabet der Anna Depenbusch" für den 17. März 2017 an. Nicht selten kommt es auf Konzerten von Anna Depenbusch auf der Bühne zu leidenschaftlichen Szenen. Wenn die sie allein am Klavier sitzt, in ihrem Song „Benjamin“ von den sich etwas zu laut amüsierenden Nachbarn erzählt und beim Refrain „Ben-ja-ja-ja-ja...“ den Kopf keck in den Nacken wirft, denkt man unweigerlich an den berühmten Film-Orgasmus aus der Romantikkomödie „Harry und Sally“ und hat sofort ein Lächeln auf den Lippen. Überhaupt sind wortverspielte und sprachverliebte Texte über zwischenmenschliche Beziehungen das Markenzeichen von Anna Depenbusch. Gepaart mit ihrer ungeheuerlichen, akribischen Musikalität wird aus jedem Song eine perfekte kleine Kurzgeschichte und aus Anna eine expressive Geschichtenerzählerin.

Wenn man Anna Depenbusch fragt, was sie ist, sagt sie: „Sängerin“. Hört man sich in ihrem Umfeld um, erfährt man: „Vollblutmusikerin und Multitalent“. Ihr Publikum, schwärmt sie, sei: „witzig, charmant und so bewegend“. In der Presse steht „die feinste Chansonnière Deutschlands“.

Songschreiberin, Komponistin und Produzentin in Personalunion, inzwischen auch mit hochkarätigen Auszeichnungen dekoriert. So erhielt sie 2012 nicht nur den renommierten Fred-Jay-Preis für Textdichter, sondern auch den Deutschen Chanson Preis. Alles selbst zu machen, in reiner Handarbeit, sich über dem Notizbuch ins Texten vertiefen, sich jede tontechnische Kleinigkeit in ihrem hauseigenen Studio selbst anzueignen, tagelang vor dem Computer mit Audiospuren zu jonglieren – all das ist Anna wichtig. Zu ihren großen Vorbildern in dieser Hinsicht gehören Linda Perry, Björk, Tori Amos oder Annette Humpe. „Ich bewundere Frauen, die mutig ihren eigenen Weg gehen und sich in einer Männerdomäne nicht verunsichern lassen. Es gibt zu wenig Frauen in der Musikbranche. Besonders hinter der Bühne. Da sind so kreative, unabhängige Künstlerinnen echte Vorbilder. Auch junge Musikerinnen sollten sich viel mehr einmischen in den Entstehungsprozess eines Albums“, sagt sie. Was genau ist ihre Musik eigentlich? – Pop, Chanson, Liedermacher, Singersongwriter – da lässt sich Anna nicht festlegen. Genres stören nur die Freude an der Musik, findet sie. „Ich sitz zu gern zwischen den Stühlen, der Vielfalt wegen.“

Nicht zuletzt der Sinn für den eigenen Weg, das Handgemachte sind das Geheimnis von Anna Depenbuschs Erfolg. Der endgültige Durchbruch gelang ihr 2011 mit ihrem Auftritt in der ARD Sendung „Inas Nacht“, wo sie mit ihrem Song „Kommando Untergang“ Moderatorin Ina Müller zu Tränen rührte. Eine Erfahrung, die auch ihren Fans vertraut ist. „Mir ist es ganz wichtig, mein Publikum beim Konzert mit einzubeziehen, zu unterhalten und zu berühren. Die Menschen sollen nach einem Konzert ein klein bisschen glücklicher im Leben sein.“, sagt Anna. Kein Wunder also, dass die Tour zu ihrem aktuellen Album „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ schon Monate vor dem Tourstart fast ausverkauft ist, und sich die Fans in den sozialen Medien schon euphorisch auf die Konzerte freuen.

Mit der neuen Platte kehrt Anna zu ihren Ursprüngen zurück. Nach einem reinen Klavieralbum (2011), dem poppigen „Sommer aus Papier“ (2012) und einem Duett mit Mark Forster („Ich und Du“) zeigt die vielseitige Künstlerin auf „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ nun wieder die volle Bandbreite ihres musikalischen Könnens, am Piano, mit Band und vielen geladenen Studiomusikern. So ist der Titeltrack „Alphabet“ inspiriert vom Beatles-Sound der 60er mit großer Big-Band-Besetzung. Auf "Alles über Bord" verbreitet Anna mit nautischen Bildern eine positive Klarschiff-Energie. Die "Schönste Melodie", ein Walzer im typisch zerbrechlichen Depenbusch-Sound, erschafft wundersame Zirkusatmosphäre mit Geige, Bandoneon und Toypiano. In "Frauen wie Sterne" schlüpft Anna chansonesk in die Erzählerrolle, um vor einem Mann zu warnen, dem sie selbst verfallen ist. Das schimmernd-leise "Wieder Winter" schließlich als ein wunderbar anschmiegsamer Schlussakkord eines vor Einfallsreichtum nur so strotzenden Albums.

Den Tourstart im März 2017 kann Anna Depenbusch kaum erwarten, damit sie ihre neuen Songs endlich in der Welt spazieren führen kann. In die weite Welt geht es dann direkt im Anschluss an die Tour. Im Mai 2017 tritt Anna ein Stipendium in der Deutschen Akademie Rom in der Villa Massimo an. „Darauf freue ich mich wahnsinnig. Ich darf mich zwei Monate lang von der italienischen Muse küssen lassen. Dolce Vita in der Ewigen Stadt. Mein größter Wunsch wäre es, dort dann auch live zu spielen." Das wird Anna sicher gelingen, denn ihre Stimme, ihr Charme und das spielerische Strahlen der Songs sprechen eine Sprache, die man tatsächlich überall versteht.

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